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  1. Tagung: Willensfreiheit und göttliches Handeln

    21. August - 23. August
 
 
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Voraussetzungen aus der Philosophie, Psychologie und Naturwissenschaft in der Theologie

Tagung am 9.12.2017 an der STH Basel, 9:30–18:00 Uhr. Die Tagung richtet sich nicht nur an Wissenschaftler.

Vorträge:

„Die Schlüsselvorausetzung der liberalen Theologie“ von Prof. Dr. Dr. Daniel von Wachter (IAP Liechtenstein)

„Welche Psychologie ist für die christliche Theologie geeignet?“ von Prof. Dr. Alexander Batthyány (IAP Liechtenstein)

„Freiheit und Determinismus. Philosophische Voraussetzungen der Theologie heute“ von Prof. Dr. Harald Seubert (STH Basel)

„Gab es die Aufklärung?“ von Prof. Dr. Dr. Daniel von Wachter

Nach jedem Vortrag wird Gelegenheit zur Diskussion sein.

Zusammenfassungen

„Die Schlüsselvorausetzung der liberalen Theologie“ von Prof. Dr. Dr. Daniel von Wachter: Friedrich Schleiermacher, Ernst Troeltsch und Rudolf Bultmann sind sich darin einig, daß man heute nicht mehr an Wunder und andere göttliche Eingriffe glauben kann. Was als Ergebnisse der historisch-kritischen Forschung dargestellt wird, folgt oft auf diese Annahme. Dieser Vortrag wird mehrere Linien der Begründung dieser Annahme vorstellen und kritisieren.

„Welche Psychologie ist für die christliche Theologie geeignet?“ von Prof. Dr. Alexander Batthyány: Psychologie und christliche Theologie befinden sich seit jeher in einem Spannungsverhältnis. Dieses Spannungsverhältnis rührt u.a. daher, dass z.B. die Natur des Menschen, das religiöse Erleben, freies und zu verantwortendes Handeln, das Phänomen des Glaubens oder auch seelsorgerliche Grundprobleme beide Disziplinen gleichermaßen betreffen, eine klare Kompetenzzuschreibung und Grenzziehung der von diesen Disziplinen behandelten Themen- und Phänomenbereiche daher nicht ohne weiteres gelingt.
Zugleich treten beide Disziplinen mit einem starken Autoritätsanspruch auf – die christliche Theologie ruht auf einem Offenbarungsangebot auf, die Psychologie als Wissenschaft beansprucht empirische Gültigkeit ihrer Befunde. Konflikte in der Begegnung von Theologie und Psychologie scheinen folglich in beiden Disziplinen angelegt zu sein. Diese Konflikte wurden im letzten Jahrhundert durch zwei Denkbewegungen verschärft: Zum einen wurde von einigen psychologischen Schulen der Versuch unternommen, religiöses Erleben, Glauben, Denken und Handeln – und damit der Forschungsgegenstand der Theologie insgesamt – vollständig auf innerpsychische Prozesse zu reduzieren; andererseits gab und gibt es auch seitens der christlichen Theologie Versuche, psychologische Prozesse theologisch umzudeuten und damit die Psychologie selbst von ihrem empirischen Fundament zu lösen und der Offenbarung unterzuordnen.
In diesem Vortrag werden diese Konfliktfelder kurz nachgezeichnet, vor allem aber auch konstruktivere Begegnungsmöglichkeiten von Psychologie und Theologie ausgelotet. Dabei wird exemplarisch insbesondere auf die von Viktor Frankl begründete Logotherapie und Existenzanalyse Bezug genommen. Frankls psychologisches und psychiatrisches Modell erweist sich dabei als interessanter Ausweg aus den beschriebenen Konfliktfeldern insofern, als es eine Kompatibilität beider Zugänge zum Menschen anerkennt und zugleich für eine klarere Kompetenzaufteilung beider Disziplinen eintritt, und damit an einer der Wurzeln des bisherigen Konflikts ansetzt.

„Freiheit und Determinismus. Philosophische Voraussetzungen der Theologie heute“ von Prof. Dr. Harald Seubert: In dem Vortrag wird gezeigt, aufgrund welcher keineswegs selbstverständlicher und noch nicht einmal sonderlich plausibler Annahmen in der Philosophiegeschichte der Neuzeit die gängige These einer kausalen Geschlossenheit der Welt aufkam, die das Eingreifen Gottes und damit die Möglichkeit von Wundern bestreitet.
Dies wird im ersten Teil des Vortrages im Blick auf Kant, Hegel und Schleiermacher dargelegt und an Beispielen aus der neueren Wissenschaftstheorie und Ontologie als eine zunehmend unbefragte Selbstverständlichkeit aufgewiesen. Damit geht einher, dass Religion und insbesondere christlicher Glaube, in einen „Mythos“ oder ein „Gefühl“ abgedrängt wird.
Mit diesem Umstand aber hängt wiederum zusammen, wie im zweiten Vortragsteil demonstriert wird, dass die Bibel als Erkenntnisgrundlage entwertet wird, „Sprachregelungen“ an die Stelle von Realitäten treten und behauptet wird, man könne „heute nicht mehr“ in einer bestimmten Weise über Gott und Welt sprechen. Prämodernes, modernes und postmodernes Paradigma werden voneinander unterschieden, Zeitzugehörigkeiten treten an die Stelle von Argumenten.
Im dritten Teil wird dargelegt, welcher philosophischer Ansätze eine gegenwärtige Theologie bedürfte, um zum Magnus consensus, dem großen Konsens von Schrift und Bekenntnis zurückzukehren – und dass dies tatsächlich eine Erneuerung von Theologie und Kirche bedeuten würde.

„Gab es die Aufklärung?“ von Prof. Dr. Dr. Daniel von Wachter: Es gilt als unumstritten, daß die Aufklärung eine wichtige Epoche war, in der man sich verstärkt an der Vernunft orientiert hat. Dieser Vortrag wird die allgemein angenommenen Merkmale der Aufklärung untersuchen und zu dem Schluß kommen, daß es die Aufklärung nicht gab.

Details

Datum:
9. Dezember 2017
Zeit:
8:30 - 18:00
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